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Mittwoch, 9. September 2015

Dos Semanas – diesmal nicht für Schnellleser






¡Hola!



Der letzte Post auf meinem Blog war wohl nur etwas für Schnellleser. ;) 
Ich hoffe, dass die Zweit-Version glückt und ihr Spass daran habt. Diesmal gibt es noch ein paar Add-On’s, schliesslich sind ja seit dem ersten Versuch mittlerweile mehrere Tage vergangen.
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"Mi nombre es Paula y soy un estudiante de intercambio."
Das ist einer der Sätze, die ich in den letzten zwei Wochen gelernt habe. Natürlich kann ich mittlerweile auch fragen "Wie geht es dir?" und "Wieviel Uhr haben wir?".
Aber das ist dennoch nicht das Einzige, was passiert ist. 
Ich finde es bisher super hier, auch wenn ich ein bisschen überwältigt bin von allem. Die neue Schule, all das Spanisch, Busfahrten, AFS Camps, Geburtstagspartys und der Wind.




Schule.
Das ist was ganz eigenes für sich hier. Das kann man sich vorher eigentlich gar nicht vorstellen. Es ist so anders. Ich habe jeden Tag erst um 12:30 Uhr Unterricht. Je nachdem welcher Tag, dass es ist, endet die Schule um 17:30 Uhr oder um 19:00 Uhr. 
Allgemein ist der Tagesablauf hier total anders. Wenn ich nach Hause komme es ist meistens acht Uhr. Dann wird erst einmal Mate getrunken, vielleicht mit einem Snack, und Fernseh gekuckt. Abendessen gibt es zwischen 10-12 Uhr abends.
Aber zurück zur Schule, es ist eigentlich alles genau anders herum wie in der Schweiz. Die Lehrer und Schüler kommen immer zu spät. Der Unterricht startet zwischen 10-30 Minuten zu spät. Wenn die Lehrperson mal da ist, hält sie zuerst mal ein Pläuschchen mit den Schülern und dann machen wir vielleicht etwas. Manchmal unterrichten sie auch gar nichts. Zum Beispiel der Englischunterricht: Die Lehrerin kommt herein, redet ein bisschen mit den Schülern, setzt sich arbeitet an etwas anderem und geht am Ende der Stunde wieder. Kein Wunder, dass eigentlich niemand Englisch kann! 
Während dem Unterricht darf man essen, trinken, Musik hören, am Handy sein, Kaugummi kauen, alle laufen herum und es wird die ganze Zeit geredet. Also überhaupt nicht strikt. Mit einer Ausnahme, wenn die Lehrperson hereinkommt, müssen alle Schüler aufstehen und "Buenas tardes" sagen. 
Zudem gibt es eine Person, die zuständig für die Anwesenheitsliste ist und alle anderen organisatorischen Fragen, das ist der "preseptor". Er ruft alle Nachnamen auf und dann muss man mit "presente" antworten. Auch wenn es so eine Liste gibt, hat es keine Folgen, wenn man zu spät kommt oder ganz fehlt. Es ist halt einfach so.


 
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mi clase.
Meine Klasse ist echt nett und versucht mit mir zu kommunizieren, obwohl eigentlich fast niemand  Englisch spricht. Nebenbei versuchen sie mir auch noch Spanisch beizubringen. Und wenn ich dann mal was auf Spanisch sage, sind alle ganz aus dem Häuschen. xD
Zudem lerne ich Kindergartenspiele wie „Der Fuchs, der hat die Gans gestohlen“ auf Spanisch, was echt lustig ist und wir alle daran Freude haben wie kleine Kinder. Ich finde es super von ihnen, dass sie auch echt interessiert sind und mir mit Zeichnungen spanische Wörter beibringen, während ich darunter die Wörter auf Deutsch, Schweizerdeutsch und Französisch hinschreibe. So lernen wir alle eine neue Sprache. ;D
Das finden sie übrigens echt faszinierend. Dass ich vier Sprachen verstehe, wobei die Meisten ja nicht einmal zwei können. Manchmal fordern sie mich dazu auf Französisch oder schweizerdeutsch zu reden. Dann wollen sie den Unterschied zwischen deutsch und schweizerdeutsch wissen, wobei ich dann mehrere male in beiden Sprachen auf 10 zählen soll – die Acht finden sie besonders lustig. 
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Der Wind.
Davor hatte ich noch nie Schulausfall wegen dem Wind; erste Schulwoche, Freitag. Eigentlich hab ich mich auf meinem Klavierunterricht gefreut, auch wenn die Aussicht auf 7 Stunden Schule nicht sehr erfreulich war – und ja 7 Stunden, nicht Lektionen.
Auf jeden Fall hab ich dann auf der Fahrt nach Hause verstanden, was meine Klassenkameraden mit gefährlichem Wind meinten. Man nennt ihn „zonda“ und er kommt es aus dem Süden, ist extrem heiss, kräftig und gefährlich. Dadurch, dass es hier so sandig ist, wird Staub und Sand aufgewirbelt. Man konnte eine richte Staub-Sand-Wand in der Ferne sehen.
Auch das Wetter änderte sich plötzlich. Eine Stunde vorher waren es noch herbstliche Temperaturen und dann auf einmal war es sommerlich heiss. Das war echt krass!
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Verkehr.
Das Wort ist für mich immer noch ein bisschen angsteinflössend. Ich meine ehrlich, lebensgefährdender kann man gar nicht mehr fahren. Ich lebe zwar noch und habe keinen Kratzer, aber auf meiner ersten Busfahrt habe ich gefleht, dass der Busfahrer keinen Unfall baut.
Ich habe ja schon vom Zustand der Autos hier erzählt – also nicht, dass alle so aussehen –, aber noch nicht vom Fahrstil. 
Sobald alle Fahrgäste einigermassen im Bus sind, fährt man schon mit Karacho los. Währenddessen werden Bustickets verkauft, nach Wechselgeld gesucht und mit quietschenden Bremsen an roten Ampeln oder Bushaltestellen gehalten.
Zudem hat man das Gefühl, dass die Argentinier immer ein Wettrennen am Laufen haben mit anderen Autofahrern. Zum Beispiel wer am schnellsten mit 180-Sachen anfahren kann, sobald die Ampel grün wird. Okay, nicht ganz 180-Sachen aber definitiv über dem Tempolimit – das hoffe ich zumindest, denn wenn nicht weiss ich echt nicht, was mich auf der Autobahn erwarten wird. :o
Viele telefonieren auch, was eigentlich verboten ist, aber die Polizei würde einem nie anhalten.
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Geburtstagparty.
An meinem zweiten Wochenende hier sind wir am Samstagabend an eine Geburtstagsparty von einer Freundin meiner Gastmutter gegangen. Naja, es war eher schon Sonntag, als wir endlich das Partyhaus gefunden haben, wobei wir etwa dreimal daran vorbeigefahren sind. Aber so ist das halt hier. :)
Der grösste Unterschied zwischen Westeuropa – keine Ahnung, wie sie das in Osteuropa handhaben – und Argentinien ist, dass hier effektiv getanzt wird an Partys und in Clubs. Ausserdem ist ihnen das Alter nicht so wichtig, wenn sie Geburtstag haben, wird gefeiert. Egal ob man jetzt 30 oder 50 Jahre alt wird. Zudem haben sie noch eine Art Tradition, dass man seinen Kopf in die Geburtstagstorte steckt – fragt mich nicht wieso – und dass machen sie dann auch wirklich!
An der Party gab es Empanadas und Pizzas als Snack und natürlich Cola. Dass ist echt krass hier mit den Süssgetränken, sie trinken die hier Nonstop. Wasser kennen sie eigentlich nicht wirklich, deshalb sind sie dann auch immer überrascht, wenn wir Austauschschüler nur Wasser wollen.
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Erste Verabredungen.
Dieses Wochenende war ich fast nie zu Hause. Am Freitagabend war ich eigentlich nur zum Abendessen bei einer Freundin aus Deutschland, die auch für ein Jahr hier ist, eingeladen. Auch andere Austauschschüler aus Italien, Frankreich, den USA und Dänemark sind gekommen, manche auch mit ihren Gastschwestern. Wir hatten echt viel Spass trotz sprachlichen Differenzen. 
Auf jeden Fall hab ich am Schluss dann dort übernachtet. Es wurde ziemlich spät, weil die letzten um 4 Uhr morgens nach Hause gegangen sind. Das ist allgemein anders hier. Während die meisten vom Ausgang zwischen 11-2 Uhr nachts nach Hause kommen in der Schweiz – ob jetzt wegen den Eltern oder weil man das halt einfach so macht –, wird das in Argentinien anders gehandhabt. Man geht erst so zwischen 11-12 Uhr und kommt gegen 5-6 Uhr morgens wieder zurück.
Am Samstag haben wir dann gleich meine Gastschwester abgeholt, die auf einer Schulreise in Mendoza war. Als wir nach Stunden zurückkamen, weil wir noch dieses und jenes gemacht haben, dauerte es nicht lange bis der beste Freund meiner Schwester uns eingeladen hat zu ihm zu gehen. 
Bis wir da waren, war es schon nach 12 Uhr, weil der verdammte Bus nicht kam. Trotzdem bestellten wir eine Pizza und Pommes, ausserdem wollten wir noch einen zweistündigen Film schauen. Aber bis wir dazu kamen, war es irgendwie schon zwei Uhr morgen – fragt mich nicht wie, wir haben wirklich nur Pizza gegessen! – und deshalb sind ich und meine Gastschwester während des Films eingeschlafen. 
Jajajja, irgendwie hat jeder Filmabend damit geendet, dass ich dort übernachtet habe. Das Fazit vom Wochenende war, dass ich echt müde war! Aber zum Glück habe ich diese Woche keine Schule, weshalb ich ganz oft ausschlafen kann.


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Inta Expone.
Am Sonntag sind wir am Nachmittag noch auf eine Ausstellung gegangen. Dabei habe ich auch den Bruder meiner Gastmutter kennengelernt. Er ist Koch und war gerade in einem deutsch-schweizerischen Refugium, von dem er total begeistert war – insbesondere vom Sauerkraut und wie man das kocht.
Also, zurück zu der Ausstellung… Es war hauptsächlich über Agrikultur. Mit Tieren, Pflanzen, neuen Maschinen in der Landwirtschaft Südamerikas und produzierte Nahrungs-mittel zum Kaufen wie argentinischer Wein. Es gab Zelte in denen erklärt wurde wie man Käse produziert. Irgendwie hat es mich auch ein bisschen an die Messe „muba“ in Basel erinnert. 



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¡Chau!





 P.S.: "jajaja" heisst hier so viel wie "hahaha", also dass man lacht.


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