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Montag, 22. Februar 2016

Wie man Mate korrekt zubereitet


¡Hola!




Mate ist das argentinische Nationalgetränk. Und auch ich habe es innerhalb weniger Wochen zu lieben gelernt. Doch gibt es einige ungeschriebene Regeln was das Zubereiten und Servieren des Mates angeht.

Ich muss zuerst einmal erklären, um was es sich dabei handelt.
Mate ist eigentlich eine etwas andere Version des Tees. In einem speziell dafür gemachten Becher - ursprünglich ein getrockneter, ausgehöhlter Kürbis - werden die Kräuter (yerba genannt) reingegeben. Danach wird mit heissem Wasser aufgefüllt. Um das Getränk auch wirklich geniessen zu können, steckt man einen metallenen Strohhalm (bombillas genannt) rein. Der untere Teil des Strohhalms ist geschlossen mit einigen Löchern, damit die Flüssigkeit durchkommt, die Kräuter jedoch zurückbleiben.


- yerba -

 - bombillas -

- Mate -




Nichteinhaltung dieser Regeln in Argentinien auf eigene Lebensgefahr!


Zubereitung:

1. Der Mate wird zu 3/4 mit "yerba" und Zucker aufgefüllt.
2. Danach wird mit heissem Wasser bis knapp unter dem Rand aufgegossen.
3. Die "bombilla" wird am Rand reingesteckt. Manche tun das auch, bevor sie mit heissem Wasser aufgiessen.


Regeln und Servieren des Mates:

1. Nach der Zubereitung wird die "bombilla" nicht mehr berührt. Weder zum umrühren noch sonst irgendwas.
2. Mit heissem Wasser wird immer bei der "bombilla" nachgefüllt.
3. Mate wird immer nur von einer Person serviert und im Kreis ausgeteilt.
4. Ein Mate wird immer leer getrunken, niemals nimmt man nur einen Schluck und gibt ihn der nächsten Person weiter. 
5. Sobald man fertig ist, gibt man ihn der servierenden Person zurück.
6. Wenn man "gracias" sagt, sich also bedankt, heisst das, dass man fertig ist und nicht mehr will. Auch wenn man höflich sein will, sagt das wirklich nur, wenn ihr fertig seid.


Damit seid ihr alle auf eure Argentinien-Reise vorbereitet. Wenn ihr diese Regeln einhaltet, wird alles wie am Schnürchen laufen.



- Che Guevara am Mate trinken -




¡Chau!




Mittwoch, 10. Februar 2016

La Isla del Tesoro - Musical


¡Hola!




Die Schatzinsel.


"La Isla del Tesoro"
So heisst das Musical, bei dem ich glücklicherweise mitmachen durfte.

Seit Oktober arbeiten wir zusammen - insgesamt fast 40 Personen - an diesem unglaublichen Musical über Piraten, einen Schatz und merkwürdige Kreaturen. Jeden Sonntag haben wir uns um 4 oder 5 Uhr nachmittags draussen getroffen (ja, manchmal auch bei 35 Grad im Schatten) und haben bis um 9 Uhr abends zusammen geprobt. In nur 4 Monaten haben wir das ganze Stück auf die Beine gestellt, was ein ganz schoen harter Brocken war. Vor allem da ich am Anfang meistens überhaupt nichts verstanden habe vom schnell gesprochenen Spanisch mit teilweise komischen Wörtern.


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Das Musical dauert insgesamt zwei Stunden, obwohl es zum Glueck zwischen den zwei Akten eine Pause gab. Ansonsten hätten wir wohl nicht genügend Zeit gehabt uns umzuziehen. Zuerst waren wir normale Bauern, dann Piraten, später merkwürdige Kreaturen und dann wieder Piraten. Wobei natürlich die Tänzerinnen sich öfters umziehen mussten als alle anderen.


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Am Beginn des Musicals wie eine Gruppe von Piraten den Schatz suchen, wobei einer von ihnen stirbt. Der Sohn dieses Pirats wird Jahre später von einem Freund seines Vaters aufgesucht, wo ihm dann die Schatzkarte in die Hand gedrückt wird. Zusammen mit seiner Mutter sucht er den Rat einer Freundin, La Doctora, die erkennt, dass die Karte zur "La Isla del Tesoro" führt. Zusammen machen sie sich auf die Suche, wobei ihnen jedoch einige boese Piraten auf der Spur sind.




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Nachdem die Schiffe geputzt und seetüchtig gemacht wurden, beginnt die lange Reise zur Insel. Jim Hawkins - der junge Protagonist - ist ganz enthusiastisch und voellig begeistert von den Piraten, die er unterwegs kennengelernt hat. Denn ein besonders böser Pirat hat ihnen unter einem scheinheiligen Vorwand seine Hilfe und Unterstützung angeboten.
Auf der Insel angekommen wird Jim Hawkins von der restlichen Gruppe getrennt. Dabei stösst er auf eine wilde Frau, die sich als Königin der Insel vorstellt. Begleitet von ihren Kreaturen, die sie beschützen, macht sie Jim zu ihrem König, als sie feststellt, dass er menschlich ist. Das ist ziemlich ungewöhnlich, denn sie lebt seit 10 Jahren - das glaubt sie zumindest - auf dieser Insel und hat seitdem keinen einzigen Menschen mehr gesehen.






 ···



Schliesslich werden Jim Hawkins und Penny, die Königin, von der "Doctora" und ihren zwei Begleitern gefunden. Zuerst sind sie Penny gegenüber misstrauisch, vertrauen ihr aber jedoch, als sie vor den Piraten flüchten müssen. Auch wenn sich alle nicht so ganz sicher sind über Penny's psychische Gesundheit.
Kurz darauf kommt es zu einem Kampf zwischen den Bösen und den Guten. Als die Guten besiegt werden, wird bemerkt, dass Jim, der die Schatzkarte hat, wieder mal fehlt. So wird sich auf die Jagd nach Jim gemacht.





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Morgana, die Kapitänin, hat kurz darauf ihren grossen Auftritt. Sie singt von sich und ihrer Grösse - eine starke, dominante Frau. Zwar ist sie sehr auf den Schatz erpicht, bekommt ihn jedoch schlussendlich. Denn "Silver", der böse Pirat, gibt am Ende vor zu sterben und nimmt sich dann die Schatztruhe, während alle um ihn trauern. Tja, ausnahmsweise mal kein Happy End.
Das Musical endet mit allen zusammen singend.





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Ich hatte so viel Spass, während des ganzen Projekts.
Manchmal war es ein bisschen chaotisch und alle waren mega aufgeregt kurz vor dem Auftritt. Natürlich hat es ein paar Patzer gegeben, aber schlussendlich zählt nur, wie man sich fühlt. Das Adrenalin, das durch den Körper rauscht. Dein Herz, das wie wild schlägt. Und der Applaus am Ende.


Hier, noch weitere Fotos zum geniessen.






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¡Chau!




Mittwoch, 3. Februar 2016

Mein Geburtstag - mi cumple


¡Hola!





Das war das erste Mal in meinem ganzen Leben, dass ich im Sommer Geburtstag hatte - und das auch noch in Argentinien!
Am 27. war ich zusammen mit meinen zwei Brüdern frühstücken in einem neuen Café hier in San Juan. Das war so lecker! Vor allem war es mal wieder ein bisschen wie in der Schweiz. Denn in Argentinien frühstückt man eigentlich nicht. Es wird nicht als wichtig erachtet. Vielleicht trinkt man einen Mate oder Tee und isst eine Semita, aber mehr auch nicht. Und in der Schweiz wird halt richtig gefrühstückt. Vor allem Wochenende mit Zopf, Gipfeli, Butter, Konfitüre, Aufschnitt, Käse, Lachs, 3-Minuten-Ei, Kaffee, Orangensaft und Tee.
Also zurück zum Thema, wir hatten echt geniales Frühstück mit Rührei, Speck, Lachsbrötchen und Kaffee.
Danach hatte Agustin, mein jüngerer Bruder, ein wichtiges Treffen mit der Schülerversammlung. Facundo und ich gingen währenddessen ins Zentrum einige Dinge einkaufen und bei unserer Tante vorbeischauen. Nachmittags waren ich und meine Mutter Nancy im Schwimmbad. Es war richtig schön, nicht zu heiß mit relativ wenigen Leuten, Mate, Kekse und Brettspiele.
Zum Abendessen sind wir alle wieder zu Hause zusammengetroffen. Es gab Empanadas, da die mein Lieblingsessen hier sind.
Meine Familie hat mich mit einem Geschenk überrascht. Ich habe eigentlich gar nichts erwartet. Das argentinische Fußball-T-Shirt, das sie mir geschenkt haben, finde ich echt genial. Jetzt brauche ich nur noch eine argentinische Flagge.





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Am Freitag den 29. Januar habe ich Familie und Freunde eingeladen, um auch noch mit ihnen zusammen zu feiern. Man hat jetzt nicht jeden Tag in einem anderen Land Geburtstag. Gemeinsam verbrachten wir den ganzen Tag in unserem "Club" (Schwimmbad) mit Pool und Choripan. Das ist eine Spezialität hier. Chorizos sind Würste, die man auf dem Feuer grillt und danach in ein Brötchen klemmt mit Salatblätter, Tomaten, Mayonnaise und Ketchup. 
Zum Dessert hatten wir Birchermüesli – eine schweizer Spezialität –, das ich selber zubereitet habe. Es hat allen geschmeckt, was mich echt gefreut hat, denn Argentinier sind eher zurückhaltend, wenn es darum geht neue Sachen auszuprobieren.
Den restlichen Tag wurde nach dem Essen im Pool, mit Kartenspielen wie Truco und Uno, mit Gesprächen und natürlich Geschenken verbracht. Truco übrigens ist ein argentinisches Spiel, das ich bisher immer noch nicht so wirklich verstanden habe.
Meine "consejera" Elsa hat mir ein Buch mit Fotografien zur Provinz und Stadt San Juan geschenkt, das einfach unglaublich toll ist! Von meinen Freunden habe ich ein Pyjama, ein Armband und eine Halskette bekommen.

((Zwischengedanke: Halskette ist ein komisches Wort! Findet ihr nicht auch? Deutsch wird von Tag zu Tag merkwürdiger.))

Ich habe einen richtig schönen Tag verbracht mit all diesen wundertollen (ja, ich erfinde neue Wörter. Verklag mich doch!) Menschen, die ein Teil meines Lebens in Argentinien sind.





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¡Chau!