¡Hola!
Der letzte Post
auf meinem Blog war wohl nur etwas für Schnellleser. ;)
Ich hoffe, dass die
Zweit-Version glückt und ihr Spass daran habt. Diesmal gibt es noch ein paar
Add-On’s, schliesslich sind ja seit dem ersten Versuch mittlerweile mehrere Tage
vergangen.
°°°
"Mi nombre es Paula y soy un estudiante de intercambio."
Das ist einer der Sätze, die ich in den letzten zwei Wochen gelernt habe. Natürlich kann ich mittlerweile auch fragen "Wie geht es dir?" und "Wieviel Uhr haben wir?".
Aber das ist dennoch nicht das Einzige, was passiert ist.
Das ist einer der Sätze, die ich in den letzten zwei Wochen gelernt habe. Natürlich kann ich mittlerweile auch fragen "Wie geht es dir?" und "Wieviel Uhr haben wir?".
Aber das ist dennoch nicht das Einzige, was passiert ist.
Ich finde es bisher super hier, auch
wenn ich ein bisschen überwältigt bin von allem. Die neue Schule, all das
Spanisch, Busfahrten, AFS Camps, Geburtstagspartys und der Wind.
Schule.
Das ist was ganz eigenes für sich
hier. Das kann man sich vorher eigentlich gar nicht vorstellen. Es ist so
anders. Ich habe jeden Tag erst um 12:30 Uhr Unterricht. Je nachdem welcher
Tag, dass es ist, endet die Schule um 17:30 Uhr oder um 19:00 Uhr.
Allgemein ist der Tagesablauf hier
total anders. Wenn ich nach Hause komme es ist meistens acht Uhr. Dann wird
erst einmal Mate getrunken, vielleicht mit einem Snack, und Fernseh gekuckt.
Abendessen gibt es zwischen 10-12 Uhr abends.
Aber zurück zur Schule, es ist
eigentlich alles genau anders herum wie in der Schweiz. Die Lehrer und Schüler
kommen immer zu spät. Der Unterricht startet zwischen 10-30 Minuten zu spät.
Wenn die Lehrperson mal da ist, hält sie zuerst mal ein Pläuschchen mit
den Schülern und dann machen wir vielleicht etwas. Manchmal unterrichten sie
auch gar nichts. Zum Beispiel der Englischunterricht: Die Lehrerin kommt
herein, redet ein bisschen mit den Schülern, setzt sich arbeitet an etwas
anderem und geht am Ende der Stunde wieder. Kein Wunder, dass eigentlich
niemand Englisch kann!
Während dem Unterricht darf man essen,
trinken, Musik hören, am Handy sein, Kaugummi kauen, alle laufen herum und es
wird die ganze Zeit geredet. Also überhaupt nicht strikt. Mit einer Ausnahme,
wenn die Lehrperson hereinkommt, müssen alle Schüler aufstehen und "Buenas
tardes" sagen.
Zudem gibt es eine Person, die
zuständig für die Anwesenheitsliste ist und alle anderen organisatorischen
Fragen, das ist der "preseptor". Er ruft alle Nachnamen auf und dann
muss man mit "presente" antworten. Auch wenn es so eine Liste gibt,
hat es keine Folgen, wenn man zu spät kommt oder ganz fehlt. Es ist halt
einfach so.
Meine Klasse ist echt nett und
versucht mit mir zu kommunizieren, obwohl eigentlich fast niemand
Englisch spricht. Nebenbei versuchen sie mir auch noch Spanisch beizubringen.
Und wenn ich dann mal was auf Spanisch sage, sind alle ganz aus dem Häuschen.
xD
Zudem lerne ich Kindergartenspiele
wie „Der Fuchs, der hat die Gans gestohlen“ auf Spanisch, was echt lustig ist
und wir alle daran Freude haben wie kleine Kinder. Ich finde es super von
ihnen, dass sie auch echt interessiert sind und mir mit Zeichnungen spanische
Wörter beibringen, während ich darunter die Wörter auf Deutsch,
Schweizerdeutsch und Französisch hinschreibe. So lernen wir alle eine neue
Sprache. ;D
Das finden sie übrigens echt
faszinierend. Dass ich vier Sprachen verstehe, wobei die Meisten ja nicht
einmal zwei können. Manchmal fordern sie mich dazu auf Französisch oder
schweizerdeutsch zu reden. Dann wollen sie den Unterschied zwischen deutsch und
schweizerdeutsch wissen, wobei ich dann mehrere male in beiden Sprachen auf 10
zählen soll – die Acht finden sie besonders lustig.
Der Wind.
Davor hatte ich noch nie
Schulausfall wegen dem Wind; erste Schulwoche, Freitag. Eigentlich hab ich mich
auf meinem Klavierunterricht gefreut, auch wenn die Aussicht auf 7 Stunden
Schule nicht sehr erfreulich war – und ja 7 Stunden, nicht Lektionen.
Auf jeden Fall hab ich dann auf der
Fahrt nach Hause verstanden, was meine Klassenkameraden mit gefährlichem Wind
meinten. Man nennt ihn „zonda“ und er kommt es aus dem Süden, ist extrem heiss,
kräftig und gefährlich. Dadurch, dass es hier so sandig ist, wird Staub und
Sand aufgewirbelt. Man konnte eine richte Staub-Sand-Wand in der Ferne sehen.
Auch das Wetter änderte sich
plötzlich. Eine Stunde vorher waren es noch herbstliche Temperaturen und dann
auf einmal war es sommerlich heiss. Das war echt krass!
°°°
Verkehr.
Das Wort ist für mich immer noch ein
bisschen angsteinflössend. Ich meine ehrlich, lebensgefährdender kann man gar
nicht mehr fahren. Ich lebe zwar noch und habe keinen Kratzer, aber auf meiner
ersten Busfahrt habe ich gefleht, dass der Busfahrer keinen Unfall baut.
Ich habe ja schon vom Zustand der
Autos hier erzählt – also nicht, dass alle so aussehen –, aber noch nicht vom
Fahrstil.
Sobald alle Fahrgäste einigermassen im Bus sind, fährt man schon mit Karacho los. Währenddessen werden Bustickets verkauft, nach Wechselgeld gesucht und mit quietschenden Bremsen an roten Ampeln oder Bushaltestellen gehalten.
Sobald alle Fahrgäste einigermassen im Bus sind, fährt man schon mit Karacho los. Währenddessen werden Bustickets verkauft, nach Wechselgeld gesucht und mit quietschenden Bremsen an roten Ampeln oder Bushaltestellen gehalten.
Zudem hat man das Gefühl, dass die
Argentinier immer ein Wettrennen am Laufen haben mit anderen Autofahrern. Zum
Beispiel wer am schnellsten mit 180-Sachen anfahren kann, sobald die Ampel grün
wird. Okay, nicht ganz 180-Sachen aber definitiv über dem Tempolimit – das
hoffe ich zumindest, denn wenn nicht weiss ich echt nicht, was mich auf der
Autobahn erwarten wird. :o
Viele telefonieren auch, was eigentlich
verboten ist, aber die Polizei würde einem nie anhalten.
°°°
Geburtstagparty.
An meinem zweiten Wochenende hier
sind wir am Samstagabend an eine Geburtstagsparty von einer Freundin meiner
Gastmutter gegangen. Naja, es war eher schon Sonntag, als wir endlich das
Partyhaus gefunden haben, wobei wir etwa dreimal daran vorbeigefahren sind.
Aber so ist das halt hier. :)
Der grösste Unterschied zwischen
Westeuropa – keine Ahnung, wie sie das in Osteuropa handhaben – und Argentinien
ist, dass hier effektiv getanzt wird an Partys und in Clubs. Ausserdem ist
ihnen das Alter nicht so wichtig, wenn sie Geburtstag haben, wird gefeiert.
Egal ob man jetzt 30 oder 50 Jahre alt wird. Zudem haben sie noch eine Art
Tradition, dass man seinen Kopf in die Geburtstagstorte steckt – fragt mich
nicht wieso – und dass machen sie dann auch wirklich!
An der Party gab es Empanadas und Pizzas
als Snack und natürlich Cola. Dass ist echt krass hier mit den Süssgetränken,
sie trinken die hier Nonstop. Wasser kennen sie eigentlich nicht wirklich,
deshalb sind sie dann auch immer überrascht, wenn wir Austauschschüler nur
Wasser wollen.
°°°
Erste Verabredungen.
Dieses Wochenende war ich fast nie
zu Hause. Am Freitagabend war ich eigentlich nur zum Abendessen bei einer
Freundin aus Deutschland, die auch für ein Jahr hier ist, eingeladen. Auch
andere Austauschschüler aus Italien, Frankreich, den USA und Dänemark sind
gekommen, manche auch mit ihren Gastschwestern. Wir hatten echt viel Spass
trotz sprachlichen Differenzen.
Auf jeden Fall hab ich am Schluss dann dort
übernachtet. Es wurde ziemlich spät, weil die letzten um 4 Uhr morgens nach
Hause gegangen sind. Das ist allgemein anders hier. Während die meisten vom
Ausgang zwischen 11-2 Uhr nachts nach Hause kommen in der Schweiz – ob jetzt
wegen den Eltern oder weil man das halt einfach so macht –, wird das in Argentinien
anders gehandhabt. Man geht erst so zwischen 11-12 Uhr und kommt gegen 5-6 Uhr
morgens wieder zurück.
Am Samstag haben wir dann gleich
meine Gastschwester abgeholt, die auf einer Schulreise in Mendoza war. Als wir
nach Stunden zurückkamen, weil wir noch dieses und jenes gemacht haben, dauerte
es nicht lange bis der beste Freund meiner Schwester uns eingeladen hat zu ihm
zu gehen.
Bis wir da waren, war es schon nach 12 Uhr, weil der verdammte Bus
nicht kam. Trotzdem bestellten wir eine Pizza und Pommes, ausserdem wollten wir
noch einen zweistündigen Film schauen. Aber bis wir dazu kamen, war es
irgendwie schon zwei Uhr morgen – fragt mich nicht wie, wir haben wirklich nur
Pizza gegessen! – und deshalb sind ich und meine Gastschwester während des
Films eingeschlafen.
Jajajja, irgendwie hat jeder Filmabend damit geendet, dass
ich dort übernachtet habe. Das Fazit vom Wochenende war, dass ich echt
müde war! Aber zum Glück habe ich diese Woche keine Schule, weshalb ich ganz
oft ausschlafen kann.
°°°
Inta Expone.
Am Sonntag sind wir am Nachmittag
noch auf eine Ausstellung gegangen. Dabei habe ich auch den Bruder meiner
Gastmutter kennengelernt. Er ist Koch und war gerade in einem
deutsch-schweizerischen Refugium, von dem er total begeistert war –
insbesondere vom Sauerkraut und wie man das kocht.
Also,
zurück zu der Ausstellung… Es war hauptsächlich über Agrikultur. Mit Tieren,
Pflanzen, neuen Maschinen in der Landwirtschaft Südamerikas und produzierte Nahrungs-mittel zum Kaufen wie argentinischer Wein. Es gab Zelte in denen
erklärt wurde wie man Käse produziert. Irgendwie hat es mich auch ein bisschen
an die Messe „muba“ in Basel erinnert.
°°°
¡Chau!
P.S.: "jajaja" heisst hier so viel wie "hahaha", also dass man lacht.







