¡Hola!
In diesem Blogbeitrag werde ich euch jemand ganz wichtigen vorstellen:
Meine Gastfamilie.
Ich habe eine Gastschwester namens
Florencia. Ihr richtiger Name ist Maria, aber da es so viele Marias in
Argentinien hat, nennen wir sie beim Zweitnamen. Eigentlich hat jeder hier
einen Spitznamen. Meine Gastmutter, Romina, sagt zum Beispiel manchmal Pauli zu
mir. Was aber viel süsser ist mit spanischer Aussprache als im
Schweizerdeutschen.
Mein Bruder heisst Nahuel und ist
gleich alt wie ich. Einen Vater gibt es nicht – also schon, aber sie sind
geschieden. Wir drei Geschwister haben alle im gleichen Monat Geburtstag, was
echt witzig ist. Nahuel hat am 6. Januar, Flor am 22. und ich am 27. Januar
Geburtstag. Sogar die kleine Tochter unserer Nachbarin – meine Namensschwester –
hat am 21. Januar Geburtstag. xD
<3 Florencia, Romina und Nahuel <3
wir drei Geschwister
Nahuel und ich :)
Florencia und ich <3
°°°
Wir wohnen in einem kleinen
Doppelhaus in Pocito einem Vorort von San Juan. Hier, in San Juan und Umgebung
ist jede Strasse auf beiden Seiten mit Bäumen bepflanzt. Jetzt wo langsam der
Frühling auf uns zukommt, beginnen grüne Blätter hervorzuschiessen, was echt
schön aussieht. Zudem hat es auf beiden Seiten am Strassenrand kleine Kanäle,
die Wasser führen für die Reben. Auch die Felder erwachen langsam zu leben, was
allem eine schöne Atmosphäre gibt. Davor war es hauptsächlich staubig und
sandig. Ich mag unseren – nicht so kleinen, wie ich dachte – Vorort.
Unser Haus.
Um unser Haus herum.
°°°
Ich denke, es ist für uns alle
schwierig. Dennoch versucht meine Gastfamilie alles gut zu machen. Ich habe
schon ein Busabonnement, meine neue SIM-Karte hatte ich nach einer Woche und meine
Cellostunde ist auch nicht mehr weit entfernt. Zudem haben sie mir bisher jeden
Abend meinen Lunch – almuerzo – zubereitet, da ich nicht wusste, wie ihr Kochherd
funktioniert.
Unser Tagesablauf ist eigentlich
immer der gleiche: Alle stehen um ca. 6 Uhr morgens auf – ausser mir, ich habe
erst um 12:30 Uhr Schule – und kommt gegen acht Uhr abends wieder nach Hause.
Dann trinken wir meistens zusammen Mate. Zwischen 10 und 12
Uhr nachts essen wir Abendessen – cena. Zwischendurch schauen wir fern oder halten ein kleines Schläfchen. Na ja, ich versuche dann meistens eigentlich an meinem Blog weiterzuschreiben. Vor allem jetzt, da ich keine Schule habe für eine Woche. Was soll ich denn sonst tun?
Mein Zimmer mit Flor.
Mein Zimmer mit Flor.
Auch die Sprache macht alles schwieriger.
Zwar kann Flor echt gut Englisch – aber das auch nur, weil sie auf ein Englisch
Institut geht – und übersetzt für uns, aber wenn sie nicht da ist, müssen wir
uns irgendwie zusammen durchschlagen. Bisher haben wir es relativ gut
gemeistert mithilfe von Google Übersetzer bei komplizierteren Themen und
ansonsten mit langsam Spanisch sprechen und meinem fehlerhaften, zusammengesetzten
Spanisch als Antwort. Es hilft mir wirklich, dass ich Französisch gelernt habe,
da einige Wörter echt ähnlich sind, jedoch gibt es auch Ähnlichkeiten zum
Englischen und auch Deutsch. Sie sagen zum Beispiel zum Auto auch „auto“. Aber
ich verstehe jeden Tag ein bisschen mehr. Und alles in allem denke ich, mache
ich mich recht gut. Zwar versteh ich mehr, als dass ich sagen kann, aber das
kommt noch.
°°°
Zurück zu meiner Familie. Meine Mutter ist
Lehrerin an einer Grundschule und ist echt engagiert, was die Kleinen angeht.
Sie hat zwar schon zwei Kinder – naja mit mir jetzt drei, so wie sie sagt –,
aber sie hätte am liebsten vier Kinder. Florencia und ich sind ja der Meinung,
dass wir einfach einen Hund haben könnten anstelle eines vierten Kindes, aber
dieser Idee ist sie nicht so zugeneigt. Vielleicht können wir sie noch dazu
erwärmen, wenn wir ihr genug oft Fotos von Hundewelpen mit süssen, riesigen
Augen zeigen. ;P
Florencia ist in ihrem letzten Schuljahr,
das sie diesen Winter beenden wird, und ist momentan auf der Suche nach
Universitäten. Sie ist zwar schon 18, gilt aber nicht als erwachsen. Eigentlich
darf sie das Gleiche wie wir mit 16 in der Schweiz. Und Autofahren darf sie
auch schon. Das Witzige ist, sie hat ein eigenes Auto, kann aber nicht fahren,
weshalb Romina, meine Gastmutter, das Auto fährt.
Nahuel ist ja praktisch genau gleich alt
wie ich, weshalb wir auch beide im gleichen Schuljahr hier sind. Er ist der
sportliche Typ und nicht so zurückhaltend wie Florencia. Dreimal die Woche hat
er Handballtraining – ein Sport, den ich verabscheue, sorry Nahu! Auch ist er
oft unterwegs, eigentlich sieht man ihn nicht oft. Aber das ist nicht so
schlimm.
Pocito
°°°










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