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Donnerstag, 10. Dezember 2015

Cambiar La Familia – Familienwechsel



¡Hola!



Wie wahrscheinlich mittlerweile alle wissen, habe ich die Familie gewechselt.
Dazu gab es verschiedene Gründe. Ich werde jetzt auch nicht zu sehr ins Detail gehen. Auf jeden Fall hatte ich keine Probleme mit der vorherigen Familie persönlich. Es waren mehr die Umstände und Dinge, die mir gefehlt haben, und ich als wichtig empfinde für einen Austausch. Vielleicht war das für sie nicht so, ich weiss es nicht genau. Ich glaube auf jeden Fall, dass sie die ganze Situation mit einem Austauschschüler ein bisschen unterschätzt haben. Das ist nicht einfach nur ein weiteres Familienmitglied, das man vielleicht auch ignorieren kann und für sich allein weiterlebt. Man muss aktiv sein, denn diese Person kennt die Kultur nicht und die Kenntnisse zu einer neuen Kultur werden einem nicht auf einem Silbertablett serviert. Zudem kann man die Sprache ja auch noch nicht richtig oder am Anfang gar nicht, so wie bei mir.

Ich werde jetzt mal nicht erzählen warum genau. Aber was so abgelaufen ist schon.
Also, da war diese eine Tag – es war ein Montag –, da ging es mir richtig schlecht. Davor habe ich alles an schlechten Gedanken verdrängt, ich wollte unbedingt, dass es funktioniert. Jedoch hatte eine andere Austauschschülerin gerade ihre Familie gewechselt und da habe ich begonnen, darüber nachzudenken wie es mir hier so geht.
Es hat auch nicht gerade geholfen, dass ich an diesem Morgen mit meinen Eltern in der Schweiz skypte und mit ihnen darüber sprach. Sie waren nämlich der Meinung, dass wenn es mir nicht gut gehe, es kein Problem wäre zu wechseln. Ich befürchtete jedoch, dass meine Ängste und Schwierigkeiten nicht ernsthaft genug wären und ich übertreiben würde. Und plötzlich fühlte ich mich total unter Druck. Der Tag war emotional schon vorher zum Scheitern verurteilt. Ich war regelrecht froh in die Schule zu gehen zu können, weil ich dort Zeit für mich haben würde. Dort hat mich dann meine Englischlehrerin angesprochen und gefragt, ob alles gut wäre. Sie spürte irgendwie, dass etwas los war. Und da hab ich dann losgeheult, als ich ihr alles erzählte. Sie beruhigte mich, redete mit mir und danach ging es mir ein bisschen besser.
Daraufhin habe ich mit meiner „consejera“ von AFS gesprochen. Ich war unendlich erleichtert, als sie mir versicherte, dass sie mich verstehen könne. Sie hatte so viel Verständnis für mich und meine Situation, dass ich mich sofort meiner angenommen fühlte. Daraufhin konnte ich mich endlich entspannen. Der Wechsel selber ging relativ schnell von der Bühne. Am Freitag die Woche darauf bekam ich dann die Nachricht, dass ich an diesem Tag die Familie wechseln würde. Seit ungefähr einem Monat lebe ich jetzt mit meiner neuen Familie.
°°°


¡Chau!



Freitag, 6. November 2015

que paso en octubre? - dos meses -






¡Hola!


Liebe Freunde, ich weiss,  dass ich lange nicht mehr geschrieben habe. Nun, ich denke, das wird auch nicht das letzte Mal sein. Es passiert immer so viel, dass man manchmal vergisst sich wieder mal zu melden.

Als Austauschschüler befindet man sich auf einer emotionalen Achterbahn. Wenn man traurig ist, möchte man jetzt ehrlich gesagt nur essen und nichts anderes tun. Wenn man glücklich ist und alles wie am Schnürchen läuft, will man lieber die gute Zeit genießen. Ein ellenlangen Text in einer Sprache zu schreiben, die man jetzt schon nicht mehr kann, ist nicht so vielversprechend.
Deshalb habe ich lange nicht mehr geschrieben und auch, weil ich kein Zeitgefühl mehr habe.


- ein Teil meiner Mitabenteurer -


In diesen letzten Wochen habe ich etwas Wichtiges gelernt.
Viele Leute erzählen einem vor dem Austausch, dass man mehr mit den Einheimischen machen soll als mit den anderen Austauschschülern.
Ich kann das ja schon irgendwie nachvollziehen. Aber es ist nicht komplett richtig. Man braucht die anderen Austauschschüler. Sie sind die Menschen, die das gleiche erleben wie du. Sie können verstehen, wenn du ein Problem hast und vor allem wieso das jetzt so schwierig ist. Die Einheimischen verstehen das nicht, für sie ist das Alles ja normal und selbstverständlich.
Also bitte, zukünftige Austauschschüler - falls welche überhaupt meinen Blog lesen - redet mit euren Mitabenteurer. Sie verstehen euch am besten, besser als eure Eltern in eurem Heimatland und besser als eure neue Familie.

Also alles in allem überlaufende Emotionen wegen Heimweh, Schwierigkeiten mit der Familie und kulturellen Differenzen. Zwar bin ich schon zwei Monate hier, aber ich verstehe manchmal immer noch nicht, warum sie jetzt etwas so machen und nicht anders herum. 
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Die Treffen mit AFS sind immer der absolute Hammer. Ich habe das Gefühl, dass die "voluntarios" uns verstehen und was wir im Moment brauchen. Die Meisten von ihnen haben ja auch selber ein Austauschjahr gemacht. Ich glaube das macht einen großen Teil der Sache aus.
Wir machen jedes Mal Spiele oder Energizers, behandeln aber auch ernsthaftere Themen, wie zum Beispiel: Was macht man bei einem Erdbeben? Wir sprechen über die "Challenges", Schwierigkeiten, die wir jeden Tag antreffen. Auch über die guten Dinge, was und wer uns hilft.
Zudem haben wir auch kürzlich einen "caminata" im Zentrum von San Juan gemacht, um Werbung für AFS zu machen. Dafür haben die "voluntarios" Plakate gemacht, auf denen steht, von wo wir sind.


- schwyzer rüeblikueche -

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Außerdem durfte ich im letzten Monat die Bekanntschaft mit "hormigas" machen; das sind Ameisen. Ich hatte mit denen so richtig zu tun. Denn zuerst haben sie sich bei mir im Kleiderschrank eingenistet. Da könnt ihr euch natürlich meine Freude vorstellen, als ich all meine Kleider reinigen durfte! Ein weiteres Mal haben wir uns in meinem Bett angetroffen. Das war echt eklig, als ich ein ganzes Ameisennest in meinem Bett entdeckt habe.
Seitdem bin ich ein bisschen paranoid, was "hormigas" angeht. Ich war eigentlich nie ein Mädchen, das Angst hatte vor Insekten. Aber jetzt schaue ich mich im Haus immer um, weil ja irgendwo noch welche Ameisen sein könnten.
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- tacos argentinos -



Unter anderem durfte ich die Erfahrung, wie es ist verloren zu gehen. 
Liebes Publikum, das ist nicht lustig! Vor allem, wenn man die Sprache des Landes nicht spricht, das Bussystem verwirrend ist und man die Stadt nicht kennt.
Ich hab über eine Stunde auf den Bus gewartet! Aber der kam nie und ich wusste nicht, was sonst machen. Ich hatte kein Geld mehr auf meinem Handy und konnte so mit meiner Familie nicht mehr schreiben. Aber ich wusste, wo ich war und wo meine Schule ist. Also lief ich dorthin und nahm von dort meinen Bus nach Hause. 
Ich habe alles überlebt und bin sicher angekommen. Auf jeden Fall war ich total genervt über die Situation.
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Regen hatte ich jetzt auch zum ersten Mal seit langem. Diese Woche hatten wir so einen richtigen Sturm. Es hat drei Tage lang geregnet, geblitzt, gedonnert und gehagelt. Das ganze Zentrum war überflutet, die Schulen geschlossen, eingestürzte Decken im Einkaufszentrum. 20 Familien mussten evakuiert werden.
War echt krass!
Das Problem hier ist halt, dass sie keine Abwasserkanäle in den Strassen haben, das heisst das Wasser kann nicht wegfliessen. Normalerweise brauchen sie das ja auch nicht, da es nie regnet. Das letzte Mal als es so geregnet hat, war vor über 45 Jahren. 45 Jahre, das müsst ihr euch mal vorstellen! Das gibt es in der Schweiz nicht.
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¡Chau!







Donnerstag, 17. September 2015

Erdbeben :O



¡Hola!

 
Mein erstes Erdbeben hier! 
Naja, eigentlich nicht mein Erstes, aber das letzte Mal hab ich geschlafen. Auf jeden Fall war dieses schon noch heftig, das ganze Haus hat gewackelt! Deshalb standen wir dann auch für einige Minuten unter dem Türrahmen, denn sobald es aufhörte, begann es schon wieder von vorne. Es kann sein, dass noch mehr kommt.

In Chile soll es deswegen sogar einen Tsunami geben! Im Moment sind gerade alle WhatsApp-Gruppenchats am durchdrehen. Einige der Austauschschüler hatten Angst - eine musste anscheinend sogar weinen; ich hoffe, es geht ihr besser - und andere fanden es ein tolles Erlebnis. Wir sind eindeutige geteilter Meinung.
Ich konnte bisher noch nicht die Stärke herausfinden, aber ich hoffe, ich kann euch demnächst ein Update dazuliefern. Ansonsten findet ihr Informationen zu Erdbeben hier unter diesem Link

Ich fand es auf jeden Fall ein Erlebnis! Wahrscheinlich muss ich noch mit mehr Erdbeben rechnen in meinem Austauschjahr, aber das macht mir nicht viel aus. Ich finde es eher faszinierend und spannend.



 

¡Chau!

 

P.S.: Mir geht es gut. Ihr müsst euch keine Sorgen machen.
 

Donnerstag, 10. September 2015

mi familia




¡Hola!






In diesem Blogbeitrag werde ich euch jemand ganz wichtigen vorstellen:
Meine Gastfamilie.

Ich habe eine Gastschwester namens Florencia. Ihr richtiger Name ist Maria, aber da es so viele Marias in Argentinien hat, nennen wir sie beim Zweitnamen. Eigentlich hat jeder hier einen Spitznamen. Meine Gastmutter, Romina, sagt zum Beispiel manchmal Pauli zu mir. Was aber viel süsser ist mit spanischer Aussprache als im Schweizerdeutschen. 
Mein Bruder heisst Nahuel und ist gleich alt wie ich. Einen Vater gibt es nicht – also schon, aber sie sind geschieden. Wir drei Geschwister haben alle im gleichen Monat Geburtstag, was echt witzig ist. Nahuel hat am 6. Januar, Flor am 22. und ich am 27. Januar Geburtstag. Sogar die kleine Tochter unserer Nachbarin – meine Namensschwester – hat am 21. Januar Geburtstag. xD

<3 Florencia, Romina und Nahuel <3

wir drei Geschwister

Nahuel und ich :)

Florencia und ich <3
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Wir wohnen in einem kleinen Doppelhaus in Pocito einem Vorort von San Juan. Hier, in San Juan und Umgebung ist jede Strasse auf beiden Seiten mit Bäumen bepflanzt. Jetzt wo langsam der Frühling auf uns zukommt, beginnen grüne Blätter hervorzuschiessen, was echt schön aussieht. Zudem hat es auf beiden Seiten am Strassenrand kleine Kanäle, die Wasser führen für die Reben. Auch die Felder erwachen langsam zu leben, was allem eine schöne Atmosphäre gibt. Davor war es hauptsächlich staubig und sandig. Ich mag unseren – nicht so kleinen, wie ich dachte – Vorort.

Unser Haus.

Um unser Haus herum.

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Ich denke, es ist für uns alle schwierig. Dennoch versucht meine Gastfamilie alles gut zu machen. Ich habe schon ein Busabonnement, meine neue SIM-Karte hatte ich nach einer Woche und meine Cellostunde ist auch nicht mehr weit entfernt. Zudem haben sie mir bisher jeden Abend meinen Lunch – almuerzo – zubereitet, da ich nicht wusste, wie ihr Kochherd funktioniert.


Unser Tagesablauf ist eigentlich immer der gleiche: Alle stehen um ca. 6 Uhr morgens auf – ausser mir, ich habe erst um 12:30 Uhr Schule – und kommt gegen acht Uhr abends wieder nach Hause. Dann trinken wir meistens zusammen Mate. Zwischen 10 und 12 Uhr nachts essen wir Abendessen – cena. Zwischendurch schauen wir fern oder halten ein kleines Schläfchen. Na ja, ich versuche dann meistens eigentlich an meinem Blog weiterzuschreiben. Vor allem jetzt, da ich keine Schule habe für eine Woche. Was soll ich denn sonst tun?

Mein Zimmer mit Flor.
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Auch die Sprache macht alles schwieriger. Zwar kann Flor echt gut Englisch – aber das auch nur, weil sie auf ein Englisch Institut geht – und übersetzt für uns, aber wenn sie nicht da ist, müssen wir uns irgendwie zusammen durchschlagen. Bisher haben wir es relativ gut gemeistert mithilfe von Google Übersetzer bei komplizierteren Themen und ansonsten mit langsam Spanisch sprechen und meinem fehlerhaften, zusammengesetzten Spanisch als Antwort. Es hilft mir wirklich, dass ich Französisch gelernt habe, da einige Wörter echt ähnlich sind, jedoch gibt es auch Ähnlichkeiten zum Englischen und auch Deutsch. Sie sagen zum Beispiel zum Auto auch „auto“. Aber ich verstehe jeden Tag ein bisschen mehr. Und alles in allem denke ich, mache ich mich recht gut. Zwar versteh ich mehr, als dass ich sagen kann, aber das kommt noch.
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Zurück zu meiner Familie. Meine Mutter ist Lehrerin an einer Grundschule und ist echt engagiert, was die Kleinen angeht. Sie hat zwar schon zwei Kinder – naja mit mir jetzt drei, so wie sie sagt –, aber sie hätte am liebsten vier Kinder. Florencia und ich sind ja der Meinung, dass wir einfach einen Hund haben könnten anstelle eines vierten Kindes, aber dieser Idee ist sie nicht so zugeneigt. Vielleicht können wir sie noch dazu erwärmen, wenn wir ihr genug oft Fotos von Hundewelpen mit süssen, riesigen Augen zeigen. ;P
Florencia ist in ihrem letzten Schuljahr, das sie diesen Winter beenden wird, und ist momentan auf der Suche nach Universitäten. Sie ist zwar schon 18, gilt aber nicht als erwachsen. Eigentlich darf sie das Gleiche wie wir mit 16 in der Schweiz. Und Autofahren darf sie auch schon. Das Witzige ist, sie hat ein eigenes Auto, kann aber nicht fahren, weshalb Romina, meine Gastmutter, das Auto fährt.
Nahuel ist ja praktisch genau gleich alt wie ich, weshalb wir auch beide im gleichen Schuljahr hier sind. Er ist der sportliche Typ und nicht so zurückhaltend wie Florencia. Dreimal die Woche hat er Handballtraining – ein Sport, den ich verabscheue, sorry Nahu! Auch ist er oft unterwegs, eigentlich sieht man ihn nicht oft. Aber das ist nicht so schlimm.

Pocito
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¡Chau!