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Mittwoch, 10. Februar 2016

La Isla del Tesoro - Musical


¡Hola!




Die Schatzinsel.


"La Isla del Tesoro"
So heisst das Musical, bei dem ich glücklicherweise mitmachen durfte.

Seit Oktober arbeiten wir zusammen - insgesamt fast 40 Personen - an diesem unglaublichen Musical über Piraten, einen Schatz und merkwürdige Kreaturen. Jeden Sonntag haben wir uns um 4 oder 5 Uhr nachmittags draussen getroffen (ja, manchmal auch bei 35 Grad im Schatten) und haben bis um 9 Uhr abends zusammen geprobt. In nur 4 Monaten haben wir das ganze Stück auf die Beine gestellt, was ein ganz schoen harter Brocken war. Vor allem da ich am Anfang meistens überhaupt nichts verstanden habe vom schnell gesprochenen Spanisch mit teilweise komischen Wörtern.


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Das Musical dauert insgesamt zwei Stunden, obwohl es zum Glueck zwischen den zwei Akten eine Pause gab. Ansonsten hätten wir wohl nicht genügend Zeit gehabt uns umzuziehen. Zuerst waren wir normale Bauern, dann Piraten, später merkwürdige Kreaturen und dann wieder Piraten. Wobei natürlich die Tänzerinnen sich öfters umziehen mussten als alle anderen.


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Am Beginn des Musicals wie eine Gruppe von Piraten den Schatz suchen, wobei einer von ihnen stirbt. Der Sohn dieses Pirats wird Jahre später von einem Freund seines Vaters aufgesucht, wo ihm dann die Schatzkarte in die Hand gedrückt wird. Zusammen mit seiner Mutter sucht er den Rat einer Freundin, La Doctora, die erkennt, dass die Karte zur "La Isla del Tesoro" führt. Zusammen machen sie sich auf die Suche, wobei ihnen jedoch einige boese Piraten auf der Spur sind.




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Nachdem die Schiffe geputzt und seetüchtig gemacht wurden, beginnt die lange Reise zur Insel. Jim Hawkins - der junge Protagonist - ist ganz enthusiastisch und voellig begeistert von den Piraten, die er unterwegs kennengelernt hat. Denn ein besonders böser Pirat hat ihnen unter einem scheinheiligen Vorwand seine Hilfe und Unterstützung angeboten.
Auf der Insel angekommen wird Jim Hawkins von der restlichen Gruppe getrennt. Dabei stösst er auf eine wilde Frau, die sich als Königin der Insel vorstellt. Begleitet von ihren Kreaturen, die sie beschützen, macht sie Jim zu ihrem König, als sie feststellt, dass er menschlich ist. Das ist ziemlich ungewöhnlich, denn sie lebt seit 10 Jahren - das glaubt sie zumindest - auf dieser Insel und hat seitdem keinen einzigen Menschen mehr gesehen.






 ···



Schliesslich werden Jim Hawkins und Penny, die Königin, von der "Doctora" und ihren zwei Begleitern gefunden. Zuerst sind sie Penny gegenüber misstrauisch, vertrauen ihr aber jedoch, als sie vor den Piraten flüchten müssen. Auch wenn sich alle nicht so ganz sicher sind über Penny's psychische Gesundheit.
Kurz darauf kommt es zu einem Kampf zwischen den Bösen und den Guten. Als die Guten besiegt werden, wird bemerkt, dass Jim, der die Schatzkarte hat, wieder mal fehlt. So wird sich auf die Jagd nach Jim gemacht.





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Morgana, die Kapitänin, hat kurz darauf ihren grossen Auftritt. Sie singt von sich und ihrer Grösse - eine starke, dominante Frau. Zwar ist sie sehr auf den Schatz erpicht, bekommt ihn jedoch schlussendlich. Denn "Silver", der böse Pirat, gibt am Ende vor zu sterben und nimmt sich dann die Schatztruhe, während alle um ihn trauern. Tja, ausnahmsweise mal kein Happy End.
Das Musical endet mit allen zusammen singend.





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Ich hatte so viel Spass, während des ganzen Projekts.
Manchmal war es ein bisschen chaotisch und alle waren mega aufgeregt kurz vor dem Auftritt. Natürlich hat es ein paar Patzer gegeben, aber schlussendlich zählt nur, wie man sich fühlt. Das Adrenalin, das durch den Körper rauscht. Dein Herz, das wie wild schlägt. Und der Applaus am Ende.


Hier, noch weitere Fotos zum geniessen.






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¡Chau!




Mittwoch, 3. Februar 2016

Mein Geburtstag - mi cumple


¡Hola!





Das war das erste Mal in meinem ganzen Leben, dass ich im Sommer Geburtstag hatte - und das auch noch in Argentinien!
Am 27. war ich zusammen mit meinen zwei Brüdern frühstücken in einem neuen Café hier in San Juan. Das war so lecker! Vor allem war es mal wieder ein bisschen wie in der Schweiz. Denn in Argentinien frühstückt man eigentlich nicht. Es wird nicht als wichtig erachtet. Vielleicht trinkt man einen Mate oder Tee und isst eine Semita, aber mehr auch nicht. Und in der Schweiz wird halt richtig gefrühstückt. Vor allem Wochenende mit Zopf, Gipfeli, Butter, Konfitüre, Aufschnitt, Käse, Lachs, 3-Minuten-Ei, Kaffee, Orangensaft und Tee.
Also zurück zum Thema, wir hatten echt geniales Frühstück mit Rührei, Speck, Lachsbrötchen und Kaffee.
Danach hatte Agustin, mein jüngerer Bruder, ein wichtiges Treffen mit der Schülerversammlung. Facundo und ich gingen währenddessen ins Zentrum einige Dinge einkaufen und bei unserer Tante vorbeischauen. Nachmittags waren ich und meine Mutter Nancy im Schwimmbad. Es war richtig schön, nicht zu heiß mit relativ wenigen Leuten, Mate, Kekse und Brettspiele.
Zum Abendessen sind wir alle wieder zu Hause zusammengetroffen. Es gab Empanadas, da die mein Lieblingsessen hier sind.
Meine Familie hat mich mit einem Geschenk überrascht. Ich habe eigentlich gar nichts erwartet. Das argentinische Fußball-T-Shirt, das sie mir geschenkt haben, finde ich echt genial. Jetzt brauche ich nur noch eine argentinische Flagge.





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Am Freitag den 29. Januar habe ich Familie und Freunde eingeladen, um auch noch mit ihnen zusammen zu feiern. Man hat jetzt nicht jeden Tag in einem anderen Land Geburtstag. Gemeinsam verbrachten wir den ganzen Tag in unserem "Club" (Schwimmbad) mit Pool und Choripan. Das ist eine Spezialität hier. Chorizos sind Würste, die man auf dem Feuer grillt und danach in ein Brötchen klemmt mit Salatblätter, Tomaten, Mayonnaise und Ketchup. 
Zum Dessert hatten wir Birchermüesli – eine schweizer Spezialität –, das ich selber zubereitet habe. Es hat allen geschmeckt, was mich echt gefreut hat, denn Argentinier sind eher zurückhaltend, wenn es darum geht neue Sachen auszuprobieren.
Den restlichen Tag wurde nach dem Essen im Pool, mit Kartenspielen wie Truco und Uno, mit Gesprächen und natürlich Geschenken verbracht. Truco übrigens ist ein argentinisches Spiel, das ich bisher immer noch nicht so wirklich verstanden habe.
Meine "consejera" Elsa hat mir ein Buch mit Fotografien zur Provinz und Stadt San Juan geschenkt, das einfach unglaublich toll ist! Von meinen Freunden habe ich ein Pyjama, ein Armband und eine Halskette bekommen.

((Zwischengedanke: Halskette ist ein komisches Wort! Findet ihr nicht auch? Deutsch wird von Tag zu Tag merkwürdiger.))

Ich habe einen richtig schönen Tag verbracht mit all diesen wundertollen (ja, ich erfinde neue Wörter. Verklag mich doch!) Menschen, die ein Teil meines Lebens in Argentinien sind.





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¡Chau!


Dienstag, 26. Januar 2016

Weihnachten und Neujahr in Argentinien

¡Hola!




Wieso Weihnachten in einer anderen Kultur nie so schön ist wie zu Hause.
Weihnachten ist Kerzenlicht, Christbaum, Familie, Liebe und ganz viel Essen. Nun hat man 16 Jahre lang Weihnachten immer mit seinen Eltern und dem Rest der Familie gefeiert und auf einmal ist man in einem anderen Land mit 40 Grad, einer völlig anderen Familie und feiert den Heilig Abend. Irgendwas ist unterwegs verloren gegangen. 
Wo ist das Kerzenlicht hingegangen? Wo ist der echte Tannenbaum? Wo ist das Fondue oder die Schweizer Schokolade?
So fühlte sich das für mich an.

Ich hatte schlussendlich einen wunderschönen Abend mit meinen Brüdern, meiner Mutter, meinem Vater und meiner Grossmutter. Dennoch war es merkwürdig und hat sich für mich nicht sehr weihnachtlich angefühlt. Das könnte natürlich auch an den 40 Grad liegen, die wir hatten.


In Argentinien wird der Christbaum – natürlich Plastik – am 8. Dezember aufgestellt und geschmückt. Unser Baum wurde mit vielen Lichterketten behängt wie auch unsere Krippen. Geschenke sind hier nicht so wichtig, das heisst es wird keine ellenlange Wunschliste für alle Verwandten geschrieben. Meine Familie zum Beispiel ging am 24. Dezember zusammen ins Shoppingcenter und da hat sich jeder dann was ausgesucht. Das Geschenk wird dann eingepackt und abends wieder geöffnet. Ich habe ein Buch auf Spanisch bekommen. Denn zu lesen hilft beim Erlernen einer neuen Sprache.

Wir hatten so viel zu Essen. Unter anderem „pollo relleno“, das ein typisches Weihnachtsessen hier ist. „Pollo relleno“ ist ein Poulet gefüllt mit Schinken, Käsewürfel und roter Peperoni, das Hühnchen wird mit Senf eingestrichen und danach in den Backofen geschoben. Das ist soo lecker! Dann hatten wir noch Cherrytomaten gefüllt mit Roquefort und Rum, Toastbrötchen mit Hühnchen, Frischkäse, Ei und Würstchen garniert mit Orangenschale und Cognac.
Zum Dessert habe ich Schweizer Omeletten mit selbstgemachtem Apfelmus zubereitet. Wieso hab ich „Schweizer Omeletten“ geschrieben? Weil man nur in der Schweiz diese so nennt, ansonsten sind es nämlich Pfannkuchen oder Crêpes. Dieses typisch schweizerisches Gericht hat allen geschmeckt, auch wenn meine Brüder ein bisschen vom Zimt überwältigt waren, da Argentinier eher keine Gewürze verwenden.

Die meisten Jugendlichen gehen nach dem Essen tanzen und trinken mit Freunden. Gegen 6, 7 oder sogar 8 Uhr morgens kommt man dann wieder nach Hause. Ich war zwar nicht tanzen, aber ich habe mit meinem Bruder Agustin noch eine Freundin besucht. Dort haben wir ein bisschen gequatscht und zusammen Fruchtsalat gegessen. Gegen 5 Uhr morgens waren wir wieder zu Hause und gingen schlafen.
Alles in allem war es ein schönes, wenn auch ungewöhnliches Weihnachten.
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- die Cherrytomaten mit Roquefort - 

 - pollo relleno -

 - Toastbrot mit Poulet, Frischkäse und Würstchen - 




- Omelette mit Apfelmus -



Neujahr war für mich eine viel schönere Erfahrung. Ich hatte kein Heimweh und konnte es deshalb richtig geniessen. Natürlich hat es wieder richtig viel zu essen gegeben. Aber wir hatten ja auch noch meine drei Cousins (Gonzalez, Leandro, Pablo), meine Tante Myriam und mein Onkel Jorge zur Hilfe. Obwohl wir erst gerade kürzlich die letzten Überresten vom Silvesteressen gegessen haben.
Zum Essen hatten wir ein gegrilltes Bein eines Schweines, Empanadas und natürlich alles mit Mayonnaise. Mmmh, das war so gut! Zum Dessert haben wir Schweizer Schokolade, die mir mein Grossmami zugeschickt hat, genossen und „Lemonchamp“. Das ist Champagner mit Zitroneneis.

Danach wollten wir – meine Brüder, meine Cousins und ich – an eine Party gehen, was wir schlussendlich nicht gemacht haben ausser Facundo.
Ist euch das auch schon aufgefallen? Argentinier lieben es auf Partys zu gehen, tanzen und was weiss ich auch noch. Hier ist es richtig normal, dass man an einem Feiertag nach dem Abendessen ausgeht. Wenn man 18 ist geht man in die „boliche“ – die Disko oder Club – oder wenn nicht, dann gibt es sicher irgendeine private Party. Als sie das erste Mal gehört haben, dass ich in der Schweiz schon um 12 Uhr nachts zu Hause sein musste, waren sie völlig entsetzt. Hier verlässt man das Haus um 12 Uhr oder sogar später und ist um 6 Uhr in der Früh wieder zurück.

Bis um 5 Uhr sassen wir alle zusammen da und haben gequatscht. Ich fand’s eine wunderschöne Nacht und werde sie für immer in Erinnerung behalten.
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- unsere mexikanische Krippe -

 - unser Plastik-Christbaum -


- ich und meine Brüder Facundo und Agustin -



¡Chau!




P.S.: Sorry, dass ich erst so spät update. Wir hatten für einen Monat kein Internet mehr und danach war ich auf einer zweiwöchigen Reise im Süden von Argentinien.



Donnerstag, 10. Dezember 2015

Cambiar La Familia – Familienwechsel



¡Hola!



Wie wahrscheinlich mittlerweile alle wissen, habe ich die Familie gewechselt.
Dazu gab es verschiedene Gründe. Ich werde jetzt auch nicht zu sehr ins Detail gehen. Auf jeden Fall hatte ich keine Probleme mit der vorherigen Familie persönlich. Es waren mehr die Umstände und Dinge, die mir gefehlt haben, und ich als wichtig empfinde für einen Austausch. Vielleicht war das für sie nicht so, ich weiss es nicht genau. Ich glaube auf jeden Fall, dass sie die ganze Situation mit einem Austauschschüler ein bisschen unterschätzt haben. Das ist nicht einfach nur ein weiteres Familienmitglied, das man vielleicht auch ignorieren kann und für sich allein weiterlebt. Man muss aktiv sein, denn diese Person kennt die Kultur nicht und die Kenntnisse zu einer neuen Kultur werden einem nicht auf einem Silbertablett serviert. Zudem kann man die Sprache ja auch noch nicht richtig oder am Anfang gar nicht, so wie bei mir.

Ich werde jetzt mal nicht erzählen warum genau. Aber was so abgelaufen ist schon.
Also, da war diese eine Tag – es war ein Montag –, da ging es mir richtig schlecht. Davor habe ich alles an schlechten Gedanken verdrängt, ich wollte unbedingt, dass es funktioniert. Jedoch hatte eine andere Austauschschülerin gerade ihre Familie gewechselt und da habe ich begonnen, darüber nachzudenken wie es mir hier so geht.
Es hat auch nicht gerade geholfen, dass ich an diesem Morgen mit meinen Eltern in der Schweiz skypte und mit ihnen darüber sprach. Sie waren nämlich der Meinung, dass wenn es mir nicht gut gehe, es kein Problem wäre zu wechseln. Ich befürchtete jedoch, dass meine Ängste und Schwierigkeiten nicht ernsthaft genug wären und ich übertreiben würde. Und plötzlich fühlte ich mich total unter Druck. Der Tag war emotional schon vorher zum Scheitern verurteilt. Ich war regelrecht froh in die Schule zu gehen zu können, weil ich dort Zeit für mich haben würde. Dort hat mich dann meine Englischlehrerin angesprochen und gefragt, ob alles gut wäre. Sie spürte irgendwie, dass etwas los war. Und da hab ich dann losgeheult, als ich ihr alles erzählte. Sie beruhigte mich, redete mit mir und danach ging es mir ein bisschen besser.
Daraufhin habe ich mit meiner „consejera“ von AFS gesprochen. Ich war unendlich erleichtert, als sie mir versicherte, dass sie mich verstehen könne. Sie hatte so viel Verständnis für mich und meine Situation, dass ich mich sofort meiner angenommen fühlte. Daraufhin konnte ich mich endlich entspannen. Der Wechsel selber ging relativ schnell von der Bühne. Am Freitag die Woche darauf bekam ich dann die Nachricht, dass ich an diesem Tag die Familie wechseln würde. Seit ungefähr einem Monat lebe ich jetzt mit meiner neuen Familie.
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¡Chau!



Freitag, 6. November 2015

que paso en octubre? - dos meses -






¡Hola!


Liebe Freunde, ich weiss,  dass ich lange nicht mehr geschrieben habe. Nun, ich denke, das wird auch nicht das letzte Mal sein. Es passiert immer so viel, dass man manchmal vergisst sich wieder mal zu melden.

Als Austauschschüler befindet man sich auf einer emotionalen Achterbahn. Wenn man traurig ist, möchte man jetzt ehrlich gesagt nur essen und nichts anderes tun. Wenn man glücklich ist und alles wie am Schnürchen läuft, will man lieber die gute Zeit genießen. Ein ellenlangen Text in einer Sprache zu schreiben, die man jetzt schon nicht mehr kann, ist nicht so vielversprechend.
Deshalb habe ich lange nicht mehr geschrieben und auch, weil ich kein Zeitgefühl mehr habe.


- ein Teil meiner Mitabenteurer -


In diesen letzten Wochen habe ich etwas Wichtiges gelernt.
Viele Leute erzählen einem vor dem Austausch, dass man mehr mit den Einheimischen machen soll als mit den anderen Austauschschülern.
Ich kann das ja schon irgendwie nachvollziehen. Aber es ist nicht komplett richtig. Man braucht die anderen Austauschschüler. Sie sind die Menschen, die das gleiche erleben wie du. Sie können verstehen, wenn du ein Problem hast und vor allem wieso das jetzt so schwierig ist. Die Einheimischen verstehen das nicht, für sie ist das Alles ja normal und selbstverständlich.
Also bitte, zukünftige Austauschschüler - falls welche überhaupt meinen Blog lesen - redet mit euren Mitabenteurer. Sie verstehen euch am besten, besser als eure Eltern in eurem Heimatland und besser als eure neue Familie.

Also alles in allem überlaufende Emotionen wegen Heimweh, Schwierigkeiten mit der Familie und kulturellen Differenzen. Zwar bin ich schon zwei Monate hier, aber ich verstehe manchmal immer noch nicht, warum sie jetzt etwas so machen und nicht anders herum. 
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Die Treffen mit AFS sind immer der absolute Hammer. Ich habe das Gefühl, dass die "voluntarios" uns verstehen und was wir im Moment brauchen. Die Meisten von ihnen haben ja auch selber ein Austauschjahr gemacht. Ich glaube das macht einen großen Teil der Sache aus.
Wir machen jedes Mal Spiele oder Energizers, behandeln aber auch ernsthaftere Themen, wie zum Beispiel: Was macht man bei einem Erdbeben? Wir sprechen über die "Challenges", Schwierigkeiten, die wir jeden Tag antreffen. Auch über die guten Dinge, was und wer uns hilft.
Zudem haben wir auch kürzlich einen "caminata" im Zentrum von San Juan gemacht, um Werbung für AFS zu machen. Dafür haben die "voluntarios" Plakate gemacht, auf denen steht, von wo wir sind.


- schwyzer rüeblikueche -

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Außerdem durfte ich im letzten Monat die Bekanntschaft mit "hormigas" machen; das sind Ameisen. Ich hatte mit denen so richtig zu tun. Denn zuerst haben sie sich bei mir im Kleiderschrank eingenistet. Da könnt ihr euch natürlich meine Freude vorstellen, als ich all meine Kleider reinigen durfte! Ein weiteres Mal haben wir uns in meinem Bett angetroffen. Das war echt eklig, als ich ein ganzes Ameisennest in meinem Bett entdeckt habe.
Seitdem bin ich ein bisschen paranoid, was "hormigas" angeht. Ich war eigentlich nie ein Mädchen, das Angst hatte vor Insekten. Aber jetzt schaue ich mich im Haus immer um, weil ja irgendwo noch welche Ameisen sein könnten.
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- tacos argentinos -



Unter anderem durfte ich die Erfahrung, wie es ist verloren zu gehen. 
Liebes Publikum, das ist nicht lustig! Vor allem, wenn man die Sprache des Landes nicht spricht, das Bussystem verwirrend ist und man die Stadt nicht kennt.
Ich hab über eine Stunde auf den Bus gewartet! Aber der kam nie und ich wusste nicht, was sonst machen. Ich hatte kein Geld mehr auf meinem Handy und konnte so mit meiner Familie nicht mehr schreiben. Aber ich wusste, wo ich war und wo meine Schule ist. Also lief ich dorthin und nahm von dort meinen Bus nach Hause. 
Ich habe alles überlebt und bin sicher angekommen. Auf jeden Fall war ich total genervt über die Situation.
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Regen hatte ich jetzt auch zum ersten Mal seit langem. Diese Woche hatten wir so einen richtigen Sturm. Es hat drei Tage lang geregnet, geblitzt, gedonnert und gehagelt. Das ganze Zentrum war überflutet, die Schulen geschlossen, eingestürzte Decken im Einkaufszentrum. 20 Familien mussten evakuiert werden.
War echt krass!
Das Problem hier ist halt, dass sie keine Abwasserkanäle in den Strassen haben, das heisst das Wasser kann nicht wegfliessen. Normalerweise brauchen sie das ja auch nicht, da es nie regnet. Das letzte Mal als es so geregnet hat, war vor über 45 Jahren. 45 Jahre, das müsst ihr euch mal vorstellen! Das gibt es in der Schweiz nicht.
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¡Chau!